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Es gibt sehr viele Modellbauer bauen die schönsten Modelle und stellen diese dann so wie sie sind in ihre Vitrine. Ich finde das eigentlich schade, weil sie dort zwar schön anzuschauen sind, aber doch irgendwie einen toten Haufen Stahl darstellen. Schon ein Panzerkommandant der aus der Luke schaut, oder noch ein zwei weitere Figuren beleben das fertige Modell ungemein. Wenn das Ganze noch auf einem ansprechenden Sockel seht, hat man eine kleine Szene die etwas ausdrücken will. Die Gründe warum das Modell ohne irgend etwas dasteht, sind meistens die Hemmungen die so mancher Modellbauer vor dem Bemalen von Figuren hat. Ich möchte anhand eines Beispiels, auf dieser Seite versuchen, dem einen oder anderen die Figurenbemalung etwas näher zu bringen und meine Herangehensweise aufzeigen.

Figurenbausätze gibt es im Modellbauhandel von den verschiedensten Herstellern, zum einen aus Plastikspritzguss und zum anderen aus fein gegossenen Resin. Zinnfigurenbausätze gibt es zwar für den Maßstab 1:35 auch, aber diese sind in den letzten Jahren immer weniger geworden. und bedienen eher die größeren Maßstäbe und frühere Epochen. Aus den Bausätzen aus Spritzguss kann man meist 4-6 Figuren bauen, die Qualität hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert und der Preis ist recht modellbaufreundlich. Die Resinfiguren werden in der Regel einzeln angeboten und sind um einiges teurer. Dafür haben die meisten Resinfiguren eine wesentlich bessere Detaillierung und lassen sich somit auch besser bemalen.

Der erste Teil befasst sich mit dem Bemalen eines Resinkopfes, in dem Fall von der englischen Firma Hornet. Diese Köpfe sind für mich das beste was der Markt zu bieten hat. Die Köpfe gibt es im Fünferpack mit sehr charakteristischen Gesichtsausdrücken und bestehen aus Resin. Der Kopf soll später auf die fertige Figur aufgesetzt werden. Als Arbeitswerkzeuge für den Zusammenbau der Figur werden benötigt: eine Microsäge, ein Bastelmesser, Schleifpapier mit 400er und 1000er Körnung, Schleifwolle, eine Pinzette, ein kleiner Bohrer, eine runde Schlüsselfeile, Spachtelmasse und Sekundenkleber. Eine Lupenbrille ist für die Bemalung von großem Vorteil. Durch die bis zu 3,5 fache Vergrößerung erkennt man die Details wesentlich besser als mit dem bloßen Auge. Weiterhin benutze ich zur Bemalung Rotmarderpinsel in folgenden Stärken, 10/0, 5/0 2/0 sowie einen 3-4mm breiten Flachpinsel zum Trockenmalen. Für diese Pinsel sollte man ruhig etwas tiefer in die Geldbörse greifen. Markenqualität ist hier Pflicht. Zum Beispiel Springer, Windsor & Newton oder Vallejo. Für die Bemalung benutze ich seit einiger Zeit Acryl-Farben aus der Model-Color Serie von Vallejo. Diese Farben sind sehr fein pigmentiert, schnell trocknend und gut miteinander mischbar. Wenn Öl- und andere Farben zum Einsatz kommen sollten, werde ich das an den Bildbeschreibungen anmerken.

 

Werkzeuge die ich benötigen werde. Bastelmesser, Microsäge, Bohrer, Sandpapier, Schleifwolle, kleine Rundfeile, Seitenschneider, Pinzette, Lupenbrille, Pinsel Der Kopf von Hornet wird vorsichtig mit einen scharfen Bastelmesser oder einer Microsäge vom Anguss getrennt und auf die richtige Länge abgeschnitten. Mit einem 0,6 mm Bohrer wird ein kleines Loch etwa 4 bis 5 mm tief in den Hals des Kopfes gebohrt. Das Loch sollte im rechten Winkel zum Hals gebohrt werden. In dieses Loch klebe ich mit Sekundenkleber, einen kleinen Zapfen aus einer abgeknipsten Stecknadel ein. Mann könnte aber auch den Draht einer Büroklammer dazu nehmen.
Zur besseren Handhabung bei der Bemalung, stecke ich den Kopf mit dem Stift in ein Stück Kork von einer Wein- oder Sektflasche. Man hat so einen festen Halt bei der Bemalung und berührt die bemalten Stellen nicht mit den Fingern. Der Kopf wird nachdem er mit Seifenlauge gereinigt wurde, mit Mattschwarz (011) von Gunze mittels Airbrush grundiert. Diese Farbe ist sehr fein pigmentiert und garantiert eine gleichmäßige Grundierung.

Nachdem die Grundierung gut durchgetrocknet ist (24 Stunden), wird das Gesicht mit weiß 951 von Vallejo trockengemalt. Man kann danach die Gesichtsstrukturen sehr gut erkennen und erreicht damit einen hellen Untergrund für die nachfolgende Farbe.

Es folgt ein weiters Trockenmalen mit einen 50/50 Mix aus Vallejo 835 (Salmon Rose) und 845 (Sunny Skin Tone). Diese Farbmischung wird gleichzeitig die spätere Grundfarbe für alle weiteren Arbeitsschritte.

Der nächste Arbeitschritt ist ein leichtes Washing der tieferen dunkleren Gesichtsstrukturen mit einem Mix aus 5 Teilen Grundfarbe, 2 Teilen 984, 2 Teilen 921 und einen Teil 909. Dieses Washing trage ich mit einem 10/0 Pinsel sehr dünn auf. Mit diesem Washing erreiche ich die so genannten "Schatten".

Als nächstes kommen die erhöhten Stellen im Gesicht dran. Diese Bemalung nennt man das Hervorheben der "Lichter". Dazu nehme ich sehr wenig Weiß zu meiner Grundfarbe und bemale vorsichtig diese Stellen. Die Farbe sollte sehr dünnflüssig sein und dabei nur ganz wenig an mit der Pinselspitze aufgenommen werden.

Jetzt möchte ich die Wangen und das Kinn mit etwas farblich auflockern. Dazu gebe ich dem Mix, den ich zwei Schritte zuvor beschrieben habe, etwas mehr 909 zu und bemale wiederum ganz dünn und mit sehr wenig Farbe an der Pinselspitze, diese Bereiche von innen nach außen. Auch hier wird nur sehr wenig Farbe verwendet.

Danach bemale ich die Lippen, und in diesem Fall hebe ich etwas die Zähne hervor. Die Lippen sollten nicht geschminkt wirken, also ein nur etwas dunkleres Rosa haben. Diese Farbe erreiche ich mit 835 und etwas 909. Falls es etwas zu grell geworden sein sollte, kann man es mit etwas Grundfarbe Trockenmalen und damit abschwächen.

Jetzt kommt der heikelste Teil meiner Bemalung. Die Augen sollen ja auch bei einer Miniatur etwas ausdrücken. Vorsichtig gebe ich mit sehr wenig Farbe am Pinsel etwas Weiß in die Augenhöhle und verstreiche diese Farbe. Für die Pupille nehme ich etwas Farbe aus 899 Dark Prussian Blue und 862 Black Grey auf einen Zahnstocher und drücke vorsichtig einen Punkt auf das Weiß.

Nachdem das Gesicht soweit fertig bemalt ist, kann man kleine Ausbesserungen vornehmen und die Farbübergänge noch etwas angleichen. Das mach ich immer sehr vorsichtig durch etwas Trockenmalen mit der Grundfarbe. Als nächstes geht es an die Bemalung des Stahlhelms. Die Stahlhelme der Deutschen Wehrmacht hatten im laufe des Krieges sehr verschiedene Farben.

 Ich orientiere mich bei der Bemalung von Uniformteilen an Hand von originalen Fotos in Büchern über Uniformen und Ausrüstung und nicht an die Bemalungsanleitung auf der Verpackung. Mein Stahlhelm hat eine Tarnfarbe wie er ab 1944 oft aufgespritzt wurde. Die Farbe dazu sind 821 Germ. Cam. Beige. Diese Farbe habe ich sehr dünnflüssig aufgebracht und danach mit einem Schwammtupfer stellenweise wieder abgetupft.

Durch diese Schwammtechnik erreicht man einen Alterungseffekt am Helm. Ein Trockenmalen mit 986 Deck Tan bildet den Abschluss. Den Riemen des Stahlhelms habe ich mit einem Mix aus 984 Flat Brown und 862 Black Grey bemalt und an den Rändern ein wenig mit Grau trockengemalt. Der Kopf ist nun soweit fertig um auf die Figur angepasst und verklebt werden zu können. Das erfolgt im zweiten Teil dieser Beschreibung.

 

Beim Betrachten der Fotos wird bestimmt der eine oder andere sagen: "einiges im Gesicht wirkt recht grob und teils fleckig". Dazu muss ich hier anmerken, dass die Fotos stark vergrößert sind. Der Kopf ist im Original ungefähr 4 - 5 mm groß. Das menschliche Auge nimmt bei der Größe diese Feinheiten nicht mehr wahr. Ein weiterer Punkt ist das Objektiv meiner Kamera und die Lichtverhältnisse beim Fotografieren.  Mit dieser step-by-step Fotoserie möchte ich dem interessierten Modell- und Figurenbauer einen Einblick in meine Bemaltechniken zu geben. Diese Technik habe ich mir von den Figurenbemalungen von Calvin Tan - dem Figuren-Guro schlechthin abgeschaut und komme damit sehr gut zurecht.

 

2008 © www.panzerscale.com 

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